Sigrid Schäfer ist mit eingemachten Spezialitäten total en vogue

Gastgeberin im Odenwald-Gasthaus Zum Hirsch in Fürstengrund, begeisterte Gärtnerin, Hüterin der Hühnerschar, Katzenliebhaberin, Bewahrerin von großem Wissen über den Anbau und die Verwertung von selbst angebautem Gemüse und Früchten, begeisterte Oma – das alles und noch viel mehr ist Sigrid Schäfer in Personalunion.

Ihren Beruf Chemielaborantin hat Sigrid Schäfer bei Merck in Darmstadt gelernt. Ihre Heimat Bad König gegen die Stadt tauschen, das kam ihr aber nie in den Sinn. Beim Faschingstanz mit Freundinnen hat sie dann ihren zukünftigen Mann Rainer Schäfer kennengelernt. „Wir kannten uns zwar schon aus Kindertagen, aber ein Sandkastenliebe war das nicht“, schmunzelt sie heute. „Wir haben uns nämlich Null füreinander interessiert. Mittlerweile sind die beiden 38 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder und zwei Enkelkinder.

Mit der Verlobung änderte sich auch die berufliche Perspektive für Sigrid Schäfer, denn dass der Zukünftige einmal die Landwirtschaft und das Gasthaus der Familie übernehmen würde stand fest. Also hat die Gastgeberin in spe im Forsthotel Carnier bei Bad König das kleine und große Einmaleins der Gastronomie in sechs Monaten im Schnelldurchgang gelernt. Seit der Hochzeit arbeiten Rainer und Sigrid Schäfer zusammen, anfangs in der Landwirtschaft mit Milchkühen. Das alles war ihr im Prinzip nicht fremd, denn schon zum elterlichen Betrieb gehörten ein Landmaschinenhandel und Reparatur, eine Schmiede und das Haushaltswarengeschäft der Mutter.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Arbeit jedoch verlagert und Sigrid Schäfer übernahm immer mehr Aufgaben im Gasthof, 2010 gaben die Schäfers die landwirtschaftliche Viehhaltung fast ganz auf. Rainer Schäfer betreibt eine Imkerei, Sigrid Schäfer ist für die Hühnerschar zuständig und zusammen bewirtschaften die beiden noch ihren Ackergarten und ein 60 Quadratmeter großes Folien-Gewächshaus. Kürbisse, Bohnen, Sellerie, Möhren, Gurken, Zwiebeln, Kräuter, verschiedene Kohlsorten, Tomaten, Zucchini – alles was im Gewächshaus und auf dem Acker wächst, wird in der Küche des Odenwald-Gasthauses Zum Hirsch frisch verarbeitet oder konserviert.

„Ich bin schon als Kind leidenschaftlich gern mit meiner Oma in den Garten gegangen und noch heute ist mehr Freude als Arbeit zu säen, zu hegen, zu jäten, zu ernten und die Ernte vielfältig zu verarbeiten“, erklärt Sigrid Schäfer ihre Passion für gute, selbst angebaute und verarbeitete Produkte. „Da weiß man, was man isst.“ Zu ihrem Jahresrhythmus gehört es auch, die Pflanzen im frühen Frühjahr vorzuziehen. Mit ihren mal traditionellen, mal experimentellen Rezepturen für Essiggurken, Senfgurken, eingelegte Zwiebeln, Kräutersalz und Süßem wie Löwenzahnsirup, eingekochten Quitten und verschiedene Marmeladen  ist sie „en vogue“. In Koch- und Lifestyle-Magazinen wird das Thema gerade in allen Varianten besprochen und die Schäfers wurden gerade erst mit Ihrer Produktphilosophie in der Bibel für nachhaltigen Genuss, dem Slow Food Magazin, im Reigen mit Topköchen aus der ganzen Republik porträtiert. Was von der Herbsternte nicht sofort „weg geschafft“ werden kann und lagerfähig ist, wird im kühlen, trockenen Erdkeller mit gestampften Lehmboden bis zur Verwertung eingelagert oder wie der Kohl auf Stroh in der Scheune gelagert. Pro Saison werden so gut 250 Gläser in allen Größen gefüllt. Davon wird der überwiegende Teil vom Gatten in der Küche verarbeitet, aber die kleinen Gläser gibt’s für die Gäste auch zum Mitnehmen. „Besonders unsere jungen Gäste sind sehr interessiert und fragen mich oft, wie das mit dem Selbstanbau geht“, erzählt sie. „Ich hatte das Glück, das meine Oma alles rund um den Garten wusste. Wann man sät, wann man erntet, wie man haltbar macht und wie man die Ernte verarbeitet. Schade, dass das heute immer weniger junge Leute wissen. Aber immerhin: das Interesse ist groß.“

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